Ausgezeichnete Lebensräume – Bauherrenpreis ’16


14. Dezember 2016 bis 27. Jänner 2017 im Ringturm – EINTRITT FREI!

Der Bauherrenpreis, einer der prestigereichsten Preise der österreichischen Architekturszene, wird seit 1967 jährlich von der Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs ausgelobt und vergeben. 2016 steht der Bauherrenpreis ganz im Zeichen der Bildung: Drei der insgesamt sechs Preisträger 2016 sind Bildungsbauten – darunter die Anton Bruckner Privatuniversität in Linz oder die freie Kunstschule für Kinder in Innsbruck. Der Wiener Städtische Versicherungsverein präsentiert auch heuer wieder, zum sechsten Mal in Folge, den österreichischen Bauherrenpreis im Rahmen seiner „Architektur im Ringturm“-Reihe. Zu sehen sind neben den sechs Bauherrenpreisträgern 2016 auch alle 27 nominierten Projekte der Shortlist.

Im Fokus der Ausstellung „Ausgezeichnete Lebensräume – Bauherrenpreis 2016“ stehen die sechs aus Wien, Niederösterreich, Tirol und Oberösterreich stammenden Preisträger 2016. Pläne, Fotos und insbesondere Modelle veranschaulichen die Arbeitsweise der Architekturschaffenden und deren ausgezeichnete Resultate. Sie sind bei freiem Eintritt bis 27. Jänner 2017 zu sehen. Die Preisträger, unter anderem aus den Bereichen Bildung, Wohnen und Soziales, bestechen durch innovative Ansätze, außergewöhnliche Gestaltung und ebensolche architektonische Ausführung.

Ausstellungsort:
Ausstellungszentrum im Ringturm
Schottenring 30, 1010 Wien

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 9:00 bis 18:00 Uhr, freier Eintritt (an Feiertagen geschlossen)

Pressefotos zum kostenlosen Download unter:
http://go.picturedesk.com/ElaVKAiP


Die sechs Preisträger 2016 im Detail

Preisträger:
„bilding“ Kunst- und Architekturschule,
Amraserstraße 5a, 6020 Innsbruck
Tirol

Bauherrin:
„bilding“ Kunst- und Architekturschule,
Monika Abendstein
Architektur & Freiraumplanung:
Studierende des ./studio3 – Institut für experimentelle Architektur, Universität Innsbruck

Foto: Adolph Stiller

Am Rand des Rapoldiparks überrascht ein weißer Pavillon, der an berühmte Vorbilder von Zaha Hadid oder Delugan Meissl erinnert. Die freie Kunst- und Architekturschule besticht durch eine frei gestaltete, höchst inspirierende, dynamische Raumlandschaft – helle und kommunikative Räume unterschiedlichen Charakters stehen für Malerei, Bildhauerei, Architektur und die Arbeit mit neuen Medien zur Verfügung. Schräge und kippende Wände aus Sperrholzbrettern sowie abgestufte Böden, aber auch die Fassade aus weißer Kunststoffmembran, viel Glas, die Einbauten und die Möbel, die ebenfalls aus rohem Sperrholz gefertigt wurden, verleihen dem Gebäude sein Charisma. Begonnen hat alles mit einem studentischen Wettbewerb und einer Bachelorarbeit, es folgten unentgeltlich tätige Fachplaner. Auch dank des unermüdlichen Engagements der Schulleiterin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, für ihre Institution das passende Gebäude entstehen zu lassen, bietet „bilding“ nicht nur inspirierende Räume für die kunstpädagogische Arbeit, sondern bringt mit seinem experimentellen Charakter auch den kreativen Geist des Ortes architektonisch zum Ausdruck.

 

 

Preisträger:
Anton Bruckner Privatuniversität
Hagenstraße 57, 4040 Linz
Oberösterreich

Bauherr:
BEG Bruckner-Universität Errichtungs- und Betriebsgesellschaft mbH, Linz –
Pia Goldmann, Gerhard Burgstaller,
Richard Deinhammer
Architektur:
ARCHITEKTURBÜRO 1 ZT GmbH, Linz
Freiraumplanung:
ARCHITEKTURBÜRO 1 ZT GmbH / el:ch Landschaftsarchitekten, München

Foto: Haller & Haller

Die Wände schwingen, kippen und scheinen zu tanzen – vertikale, weiße Lamellen umspielen das Volumen und lassen die Horizontalteilung der Geschosse verschwinden. Die Form präsentiert sich baukünstlerisch wie städtebaulich durchdacht. Der mit Kunstwerken akzentuierte Park ist in der räumlichen Gesamtkomposition fest verankert. Das Restaurant mit seinem Gastgarten öffnet sich zum Park hin und eine große Freitreppe – hinauf zur Terrasse auf halber Gebäudehöhe – lädt zum Verweilen ein. Fließender Raum findet sich auch im Inneren: Die Treppenhalle mit Galerie, Wandelgängen und vielfältigen Blickbeziehungen nach innen und außen ist ein gebäudehoher lichtdurchfluteter Bewegungs-, Kommunikations- und Verweilraum zugleich. Ein großer Musiksaal sowie viele weitere kleine Säle und Studios beleben das Erdgeschoss. Bemerkenswert bei diesem Bau ist auch die Verzahnung architektonischer Besonderheiten und technischer Funktionalität: Die organischen Formen sowie das Lamellenmotiv übernehmen mitunter Aufgaben der Schallregelung, zusätzliche akustische Maßnahmen konnten vermieden werden. Der Wille zur Qualität ist deutlich spürbar, ebenso wie die Bereitschaft zu bautechnischen und gestalterischen Risiken und Experimenten. All das trug zum Gelingen des Gebäudes wesentlich bei.

 

 

Preisträger:
Schul- und Kulturzentrum Feldkirchen an der Donau
Hauptstraße 1, 4101 Feldkirchen an der Donau
Oberösterreich

Bauherr:
Gemeinde Feldkirchen an der Donau –
Bürgermeister Franz Allerstorfer,
Amtsleiterin Elisabeth Fleischanderl,
Amtsleiter Werner Wakolbinger
Architektur & Freiraumplanung:
fasch&fuchs.architekten, Wien

Foto: Adolph Stiller

In mehreren Bauphasen entstand ein inhaltlich sowie baulich symbiotisches Schul- und Kulturzentrum, das mit einem großen Reichtum an Räumlichkeiten, Details, Farben und Materialien aufwartet und so dem Anspruch eines lebendigen und offenen Klassensystems gerecht wird. So flossen viele innovative Ideen in die Möblierung ein, die zudem geschickt mit der Beschränkung der Nutzflächen umgeht. Das Raumkontinuum ist transparent und lichtdurchflutet, die Atmosphäre inspirierend und ungezwungen. Auch das pädagogische Konzept des offenen Lernens in unterschiedlichen Gruppenkonstellationen wurde durch die Mehrfachnutzung der Räume, die Flexibilität der Raumbelegung und die gemeinsame Nutzung der zentralen Halle durch die beiden Schulen architektonisch vorbildlich umgesetzt. Nicht zuletzt präsentiert sich die Schulanlage dank der klugen architektonischen Konzeption, der Vernetzung der Räume und der Kooperationsbereitschaft aller Nutzer und in Bauherrenfunktion Beteiligten auch als ganztägig belebtes kulturelles Zentrum für den gesamten Ort.

 

 

Preisträger:
KAMP Firmengebäude
Bahnstraße 57, 2604 Theresienfeld
Niederösterreich

Bauherr:
Josef Kampichler GmbH,
Wiener Neustadt
Architektur:
gerner°gerner plus, architekten,
gerner und partner zt gmbh, Wien

Foto: Adolph Stiller

Das KAMP Firmengebäude am Rand Theresienfelds bietet minimalistische Betonbaukunst im Stile des japanischen Stararchitekten Tadao Ando. Der Bauherr übernahm zunächst zwei bestehende Gewerbehallen, erweiterte und ergänzte diese und entwickelte – in engem Dialog mit den Architekten – die Firmenzentrale für seinen Steinmetz- und Natursteinhandelsbetrieb. Aber damit nicht genug: Die Anlage wurde zu einem Gewerbepark mit Mieteinheiten für weitere Firmen ausgebaut. Auf Basis herkömmlicher Betonfertigteilhallen entstand ein 180 Meter langer Industriebau, gegliedert mit präzise gesetzten Öffnungen und Fassadenfeldern aus dunklem Holz. Abgestimmt auf die Anforderungen der Mieter wurden Büros sowie direkt von den Hallen aus zugängliche Meisterkabinen, Sanitärräume und Garderoben gestaltet und eingerichtet. So ist sichergestellt, dass auch die einzelnen Mieteinheiten hohen architektonischen Anforderungen gerecht werden. Eine Besonderheit bilden fünf minimalistische Betonkuben, die Platz für gedeckte Lagerflächen bieten und so unaufgeräumte Betriebshöfe und Lagerflächen ersetzen.

 

 

Preisträger:
Neunerhaus
Hagenmüllergasse 34
1030 Wien

Bauherr:
WBV-GPA – Michael Gehbauer,
Neunerhaus – Markus Reiter
Architektur:
pool Architektur ZT GmbH, Wien
Freiraumplanung:
Rajek Barosch, Wien

Foto: Haller & Haller


Dass man Sozialarbeit auch „bauen“ und durch architektonische Konzeption Obdachlosen ein selbstbestimmtes, menschenwürdiges und betreutes Wohnen ermöglichen kann – davon kann man sich in beeindruckender Weise im „Neunerhaus“ in der Hagenmüllergasse im dritten Bezirk in Wien überzeugen. Es beginnt bei den differenzierten Fassaden zu den Straßen hin und im Hof, die Individualität der einzelnen Wohneinheiten signalisieren – sodass sich ihre Bewohner nicht „verwahrt“ fühlen. Auch auf ein Treppenhaus im herkömmlichen Stil hat man verzichtet. Stattdessen verbindet ein sich quer durchs Haus schlängelnder Weg 79 Wohneinheiten auf sieben Etagen miteinander. Das räumlich komplexe Erschließungssystem ermöglicht nicht ans Wohnen gewöhnten Menschen halbprivate und zwanglos kommunikative Eingangssituationen zu den einfachen, aber ausreichend dimensionierten und möblierten Appartements. Der enge Tiefhof ermöglicht den Aufenthalt im Freien, er wurde als Zugang zur Cafeteria räumlich geschickt miteinbezogen und begrünt.

 

 

Preisträger:
Ingrid-Leodolter-Haus, Pflegewohnhaus Rudolfsheim
Kardinal-Rauscher-Platz 2
1150 Wien

Bauherr:
GESIBA Gemeinnützige Siedlungs- und
Bau AG Wien – Paul Steurer,
KAV – Wiener Krankenanstaltenverbund
Architektur:
wimmerundpartner architektur,
Wien: wup ZT GmbH, Wien
Freiraumplanung:
EGKK Landschaftsarchitektur

Foto: Haller & Haller


Das Ingrid-Leodolter-Haus ist das jüngste und zugleich größte der acht Pflegewohnhäuser des Wiener Krankenanstaltenverbunds. Drei frei geformte, unterschiedlich gestaltete und bepflanzte Lichthöfe bieten im Inneren der Anlage ruhige Aufenthaltsbereiche sowie mannigfache Sichtverbindungen und Durchblicke. Ein weiterer Hof dient als geschützte Vorfahrt sowie Schnittstelle zwischen Pflegeheim und Außenwelt. Die Bewohnerzimmer liegen an den Außenfassaden, die vorgelagerte Loggienzone stellt Bezüge zur Stadt her. Innen finden sich attraktive, individuell gestaltbare Verweilplätze vor den Wohneinheiten. Sie grenzen an die Erschließungszone, die als freier Raumfluss die Innenhöfe umspielt und den Bewohnern Flaniermöglichkeiten sowie stationsübergreifende Rundgänge bietet, ohne dass sie den Gebäudekomplex verlassen müssen. Entlang der Straßen sorgen weit auskragende Erker für freien Ausblick, bis hin zum Stephansdom. Dank des offenen Bewegungs- und Aufenthaltsraums konnte auf die üblichen Flure verzichtet werden. Stattdessen entstand im Pflegewohnhaus Rudolfsheim ein Lebensraum, der den Bewohnern je nach Wunsch Rückzug oder Teilhabe am sozialen Austausch ermöglicht.

 


 

Kalender

14. 12. 2016 – 27. 01. 2017

Ausgezeichnete Lebensräume – Bauherrenpreis 2016

Nachrichten

Ausgezeichnete Lebensräume – Bauherrenpreis 2016

Der Wiener Städtische Versicherungsverein lädt zur Preisträgerführung mit Architektin Hemma Fasch und Kurator Adolph Stiller.

Die beliebtesten „PflegerInnen mit Herz“ 2016 sind gekürt!

Am 29. November wurden im Wiener Ringturm die besten PflegerInnen des Landes ausgezeichnet.

Feierliche Verleihung des Ö1 Talentestipendiums für Bildende Kunst

Als Unterstützer des Ö1 Talentestipendiums 2016 lud der Wiener Städtische Versicherungsverein am Abend des 22. November zur feierlichen Verleihung in das Ausstellungszentrum des Wiener Ringturms.