Wiener Städtische Versicherungsverein

Der Wiener Städtische Versicherungsverein ist Hauptaktionär der Vienna Insurance Group (VIG). Gemäß seiner Satzung unterstützt der Versicherungsverein die VIG, die führende Versicherungsgruppe der Kernmärkte in Österreich sowie Zentral- und Osteuropa, in kulturellen und sozialen Belangen. Großer Wert wird dabei einerseits auf den grenzüberschreitenden Kulturaustausch gelegt. Andererseits werden im Rahmen von Kooperationen und Initiativen Tätigkeiten von sozial aktiven Organisationen unterstützt. Darüber hinaus befasst sich der Wiener Städtische Versicherungsverein in seiner Funktion als Hauptaktionär und oberstes Gruppeninstitut der VIG-Versicherungsgruppe mit strategischen Grundsatzfragen des Konzerns.

Der Wiener Städtische Versicherungsverein hat die Rechtsform eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit, welcher auf Grundlage des Versicherungsaufsichtsgesetzes den Versicherungsbetrieb ausgegliedert hat. Darauf basierend werden Versicherungsnehmer der Wiener Städtischen mit Abschluss des Versicherungsvertrages grundsätzlich auch Mitglieder des Wiener Städtische Versicherungsvereins. Die Mitglieder üben ihre Rechte über die Mitgliedervertretung aus, welche das oberste Organ des Wiener Städtische Versicherungsvereins darstellt. Sie besteht aus 40 bis 60 Personen. Am 31. Dezember 2015 hatte der Wiener Städtische Versicherungsverein 1.364.151 Mitglieder.

Geschichte

Die Wurzeln des Wiener Städtische Versicherungsvereins gehen bis in die Jahre 1824 und 1839 mit der Gründung der zwei wechselseitigen Versicherungsanstalten und ins Jahr 1898 zurück, in dem nach dem Bericht des Bürgermeisters der Stadt Wien, Dr. Karl Lueger, der Gemeinderat am 11. Februar 1898 den Beschluss gefasst hat, eine städtische Lebens-, Alters- Invaliditäts- und Renten-Versicherungsanstalt zu errichten. Aus diesen drei Versicherungsanstalten ist der Wiener Städtische Versicherungsverein und in weiterer Folge der Konzern Vienna Insurance Group und dessen Konzerngesellschaften hervorgegangen.

© Foto: Votava

1824

Gründung der „Wechselseitige k.k. priv. Brandschadenversicherungsanstalt“ durch Georg Ritter von Högelmüller. 364 Persönlichkeiten, darunter Fürsten, Grafen, Barone und Industrielle sowie kirchliche Institutionen wie Klöster und Stifte sind an der Gründung beteiligt.

1839

Auf Betreiben des Mathematikprofessors Josef Salomon nimmt die erste Lebensversicherung in Österreich, die „Allgemeine wechselseitige Capitalien- und Renten-Versicherungsanstalt“, in Wien ihren Betrieb auf. Später wurde diese Gesellschaft in „Janus wechselseitige Lebensversicherungs-Anstalt“ umbenannt.

1898

Anlässlich des 50-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. beschließt der Wiener Gemeinderat die Gründung der „Städtischen Kaiser Franz Joseph-Jubiläums-Lebens- und Rentenversicherungs-Anstalt“.

1919

Nach dem Zerfall der Donaumonarchie wurde der Name der „Städtischen Kaiser Franz Joseph-Jubiläums-Lebens- und Rentenversicherungs-Anstalt“ in „Gemeinde Wien – Städtische Versicherungsanstalt“ geändert.

1924

Zusammenschluss der ehemaligen „Wechselseitige k.k. priv. Brandschadenversicherungsanstalt“ mit der „Janus wechselseitige Lebensversicherungs-Anstalt“ zur „Wechselseitigen Brandschaden und Janus allgemeine Versicherungs-Anstalt auf Gegenseitigkeit“. Damit hatten sich ein führendes Feuer- und ein führendes Lebensversicherungsunternehmen zu einem leistungsfähigen großen Universalversicherer verbunden.

1938

Fusionierung der „Gemeinde Wien – Städtische Versicherungsanstalt“ mit der „Wechselseitigen Brandschaden und Janus allgemeine Versicherungs-Anstalt auf Gegenseitigkeit“.

1938 – 1945

Auflösung von kirchlichen Vorsorgevereinen durch die Nationalsozialisten. Das Vermögen der aufgelösten Vereine ging an die Überleitungsstelle für die Vereine mit versicherungs- und versicherungsähnlichen Einrichtungen in der „Ostmark“. Die nunmehr fusionierte Wiener Städtische war die Zentrale eines Konzerns mit vier Konzerngesellschaften. Unter den aufgelösten Vereinen, deren Bestände die zum Konzern gehörende Wiener Wechselseitige Krankenversicherungsanstalt eingewiesen erhielt, befanden sich die Krankenkasse des katholischen Klerus Österreichs, die Salzburger Priesterkrankenkasse und der Krankenversicherungsverein auf Gegenseitigkeit „Zur Pietät“.

Die Wiener Städtische hielt entgegen den eindeutigen Anweisungen des damaligen Regimes die Verträge mit der Kirche auch während des Nationalsozialismus aufrecht.

1945

Eine kleine Gruppe von Angestellten, beginnt das völlig zerstörte Unternehmen wieder aufzubauen. Im Dezember 1947 findet die erste Sitzung der Mitgliedervertretung statt, der Firmenwortlaut wird in „Wiener Städtische Wechselseitige Versicherungsanstalt“ geändert.

1992

Mitte des Jahres 1992 wird der gesamte Versicherungsbetrieb ausgegliedert und in die „Wiener Städtische Allgemeine Versicherung Aktiengesellschaft“ eingebracht. Die „Wechselseitige“ besteht als „Wiener Städtische Wechselseitige Versicherungsanstalt – Vermögensverwaltung“ weiter und erfüllt die Aufgaben einer Finanzholding.

2005

Sehr erfolgreiche Kapitalerhöhung an der Wiener Börse mit einem Volumen von 910 Millionen Euro.

2008

Die Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 1,14 Mrd. Euro war die größte und erfolgreichste Kapitalerhöhung einer Versicherung in der Geschichte der Wiener Börse. Seit Februar 2008 notiert die Aktie auch an der Prager Börse.

2009

Änderung des Firmenwortlautes auf "VIENNA INSURANCE GROUP Wiener Städtische Versicherung AG".

2010

Mit 3. August 2010 erfolgt die Trennung des operativen Versicherungsgeschäftes von der internationalen Tätigkeit des Konzerns. Während die börsennotierte Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe international tätig ist, konzentriert sich die Wiener Städtische Versicherung AG Vienna Insurance Group auf das operative Versicherungsgeschäft. Diese betreibt als größte Einzelgesellschaft des Konzerns in Österreich das Schaden- und Unfall-, Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft.

Neben den üblichen internationalen Steuerungsaufgaben einer Konzernholding widmet sich die Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe dem Rückversicherungs- und internationalen Firmengeschäft. Der Wiener Städtische Versicherungsverein wird 2010 in Wiener Städtische Wechselseitiger Versicherungsverein – Vermögensverwaltung – Vienna Insurance Group umbenannt und hält aktuell ca. 70 % der Aktien der Vienna Insurance Group AG Wiener Versicherung Gruppe (VIG).

Grundsätzlich erwirbt jeder Versicherungsnehmer durch Abschluss eines Versicherungsvertrages mit der Wiener Städtischen Versicherung AG eine Mitgliedschaft im Wiener Städtische Versicherungsverein. Ausnahmen, die keine Mitgliedschaft begründen, betreffen zum Beispiel Mit- und Rückversicherungsverträge sowie Versicherungsverträge mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr.

Kalender

14. 12. 2016 – 27. 01. 2017

Ausgezeichnete Lebensräume – Bauherrenpreis 2016

Nachrichten

Ausgezeichnete Lebensräume – Bauherrenpreis 2016

Der Wiener Städtische Versicherungsverein lädt zur Preisträgerführung mit Architektin Hemma Fasch und Kurator Adolph Stiller.

Die beliebtesten „PflegerInnen mit Herz“ 2016 sind gekürt!

Am 29. November wurden im Wiener Ringturm die besten PflegerInnen des Landes ausgezeichnet.

Feierliche Verleihung des Ö1 Talentestipendiums für Bildende Kunst

Als Unterstützer des Ö1 Talentestipendiums 2016 lud der Wiener Städtische Versicherungsverein am Abend des 22. November zur feierlichen Verleihung in das Ausstellungszentrum des Wiener Ringturms.